Haus der Ungarischen Musik
Abgehängte Decke und Lichtschächte. Zwei Jahre Arbeit, ein zwölfköpfiges Planungsteam und eine Lösung, für die es kein etabliertes Rezept gab.

Ein Problem ohne Lösung
Die Geschäftsleitung von Magyar Építő lernten wir beim Projekt Puskás Aréna kennen. 2018 kamen sie mit dieser Herausforderung auf uns zu: Der Architekt hatte eine abgehängte Decke entworfen, für die niemand brauchbare Ausführungsunterlagen liefern konnte, und es gab keine marktreife Lösung. Wir vereinbarten, zunächst zu zeigen, was wir leisten konnten, und anschließend weiterzusprechen.
Eine gewellte Fläche aus ebenen Platten
Die abgehängte Decke ist nicht eben, sondern gewellt. Auf diese gekrümmte Fläche mussten ebene Aluminium-Verbundplatten — Alucobond und Alpolic — aufgebracht werden.
Die Schwierigkeit lag in der Geometrie. Wir erhielten Grundrisszeichnungen vom Architekten, doch eine gewellte Fläche abzuwickeln ist wie eine gedruckte Karte über einen Globus zu spannen: Ohne Verzerrung ist das unmöglich. Übliche Planungssoftware bot keine Antwort.
Eine Fläche lässt sich triangulieren und die Dreiecke können abgewickelt werden. Bei großen Dreiecken ist jedoch die Befestigung nicht lösbar; bei kleinen führen starke Winkelbrüche an den Fugen dazu, dass die Platten in unterschiedliche Richtungen zeigen. Die Form zerfällt.
Die LösungDie Wabenstruktur
Die Idee kam aus der Natur: das Sechseck, dieselbe Form, die Bienen verwenden und die in Verbundtragwerken seit Langem etabliert ist.
Die gesamte abgehängte Decke wurde auf einem sechseckigen Rahmen aufgebaut, dessen Elemente über gummigelagerte Anschlüsse verbunden waren. Das Sechseck löst, woran das Dreieck scheitert: Eine im Grundriss gezeichnete projizierte Form fügt sich ohne innere Spannungen genau zur erforderlichen dreidimensionalen Fläche zusammen. Benachbarte Elemente verdrehen sich nicht so weit, dass die Platte nicht mehr richtig aufliegen kann.
Wir bestimmten die Größe der Sechsecke, prüften und verfeinerten sie. Am Ende lieferten wir keine einzelne feste Planung, sondern einen Bausatz, der jede erforderliche Form bilden konnte.
Indupro Kft. übernahm die Fertigung — die Stufe zwischen unserer Planungsarbeit und der Montage vor Ort. Die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen aus dem Automobilbereich in einem Bauprojekt war lehrreich. Das Team war weder Einzelanfertigungen noch enge Baufristen gewohnt, brachte jedoch eine in der Branche seltene Präzision und unternehmerische Disziplin ein, die sich als unschätzbar erwies.
Auf dieser Grundlage konnte ein Team um das System aufgebaut werden. Zwölf Planer arbeiteten mit dem Elementbausatz am Projekt und legten für jedes Sechseck die richtige Auflagerdichte fest. Alle arbeiteten im selben Modell, das fortlaufend mit dem Architekturmodell koordiniert wurde.
Die Montagestrategie folgte derselben Logik: Wir fassten Sechsecke zu Elementen mit acht bis zehn Einheiten zusammen und befestigten die Verbundplatten bereits im Werk. Auf der Baustelle hoben die Monteure vollständige Puzzleteile an ihren Platz, statt Element für Element zu arbeiten.
Die schwierigere HälfteDer Wechsel zwischen Softwareplattformen
Der am wenigsten sichtbare, aber vielleicht schwierigste Teil des Projekts.
Werkplanung erfordert maschinenbauliche Präzision und einen Arbeitsablauf über mehrere Softwareplattformen hinweg. Architekturprogramme verarbeiten große Flächen gut, Maschinenbauprogramme arbeiten mit wesentlich engeren Toleranzen. Wir mussten Informationen zwischen beiden übertragen, ohne auf einer Seite Daten zu verlieren.
Hilfreich war, dass auch Magyar Építő einen BIM-erfahrenen Spezialisten hatte. Das vom Hersteller erhaltene Modell war dadurch dasselbe Modell, das in die Ausführungsunterlagen zurückkoordiniert wurde.
Die LichtschächteEine Aufgabe ohne bestehende Technologie
Eine separate Herausforderung verlangte, komplexe Formen fugenlos um die Öffnungen zu befestigen. Eine etablierte Technologie gab es nicht, und Hersteller konnten dafür kein Angebot abgeben.
Gemeinsam mit den Ingenieuren des Herstellers, die hervorragende Arbeit leisteten, entwickelten wir das punktuelle Befestigungssystem auf der Baustelle. Die ersten Einheiten wurden als Versuche montiert; aus den Ergebnissen verfeinerten wir Fertigung und Montage.
Das größte Hindernis war letztlich nicht die Form, sondern das darunterliegende Tragwerk. An vielen Stellen war es zu stark geneigt, um mit Unterlagen korrigiert zu werden, sodass ein separates Ausgleichstragwerk geplant werden musste.
Das ErgebnisOhne sichtbare Fugen
Saubere Kreise ohne sichtbare Fugen, mit konvexen und konkaven Übergängen in einem einzigen System. Ein früherer Vorschlag für dieselbe Aufgabe hatte vorgesehen, die Mitte mit Silikon auszufüllen.
Der Prozess blieb durchgehend gleich: Wir erhielten die Zeichnungen des Architekten, überführten sie in fertigungsreife Unterlagen, und der Hersteller produzierte die Bauteile. Péter Scsaurszki koordinierte anschließend täglich die Montage vor Ort — bis zur letzten Schraube.
Das Projekt







Werkzeuge und Fachgebiete
Ein gebauter Beweis für Generalplanung
Wir planten mehr als nur das Tragwerk. Wir entwickelten das funktionierende technische Prinzip, stellten ein zwölfköpfiges Planungsteam zusammen, koordinierten es und blieben bis zur Montage vor Ort beteiligt. Wenn Sie eine ähnliche Herausforderung haben, erfahren Sie mehr auf unserer Seite zur Generalplanung.
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Scsaurszki Péter
Tragwerksplaner
Er nimmt Ihre Anfrage entgegen und bleibt während des gesamten Projekts verantwortlich. Sie sprechen direkt mit dem Ingenieur, der die Arbeit ausführt, nicht mit einem Kundendienstteam.
Wie geht es weiter?
Wir versprechen keine bestimmte Antwortzeit, reagieren im Branchenvergleich jedoch schnell. Zuerst klären wir genau, was Sie benötigen; sobald der Leistungsumfang feststeht, folgt die Preisberechnung.Lesen Sie mehr über den vollständigen Ablauf.
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